Netzwerk Westruhrgebiet
KrankentransportDem Krankentransport und Rettungsdienst kommt bei der Versorgung von MRE-Patienten eine besondere Bedeutung zu als Schnittstelle, die die verschiedenen Sektoren verbindet. Der Krankentransport muss über die MRE-Problematik des Patienten informiert werden und er muss einheitlich agieren. Dabei sind die Belange des Personalschutzes ebenso zu beachten wie die Interessen des Patienten und der Allgemeinbevölkerung.
In Essen existiert seit Jahren eine enge Verbindung zwischen Gesundheitsamt, Feuerwehr und Universitätsklinikum (Krankenhaushygiene) sowie weiteren Krankenhäusern. Dies äußert sich z.B. in der Gründung einer Desinfektorenschule bei der Feuerwehr Essen sowie der Einrichtung einer Bio task force für biologische Schadenslagen bei der Feuerwehr Essen, in der die Antragsteller zusammenarbeiten. Aktuell wird das von den Antragstellern herausgegebene Buch „Infektionsgefahren im Einsatzdienst“ (Lehmanns) komplett überarbeitet herausgegeben und im Sommer in den Handel kommen.
Weiterhin wurde in Essen bereits, koordiniert über Gesundheitsamt und Gesundheitskonferenz ein MRE-Netzwerk im Jahr 2008 etabliert
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zur Gesundheitskonferenz], das eine gemeinsame Politik festgelegt hat und diese derzeit über Informationsveranstaltungen bekannt macht.
Im Rahmen des Essener Beitrages sollen folgende Aufgaben angegangen werden:
- Erarbeitung von Empfehlungen zum Transport von MRE-Patienten (MRSA, VRE, ESBL, Clostridium difficile).
- Erprobung dieser Verfahrensanweisungen mit Rückmeldung, Erfahrungsaustausch und Anpassung entsprechend Kritik.
- Einrichtung einer überregionalen Beratungsstelle zu Fragen des MRE-Transportes bei der Feuerwehr Essen für Rettungsdienste, aber auch interessierte Bürger.
- Fortbildungsangebote zur Thematik für Rettungsdienste.
- Auswertung der MRE-Rettungsdienstfahrten, die relativ gut bei den Feuerwehren dokumentiert sind: Gibt es also Hauptstrecken, Hauptziele, Hauptverleger? Abgleich mit den Erfahrungen aus den Sektoren und des Gesundheitsamtes. Können Auswertungen der Rettungsdienste aktuell Schwerpunkte der Problematik abbilden, damit ein frühzeitiges Eingreifen möglich wird? Weiterhin Abgleich mit den in Essen im Rahmen des MRE-Netzwerkes ermittelten Tagesprävalenz-Raten von MRSA in den einzelnen Sektoren.
- Ist das Rettungsdienstpersonal gefährdet? Hierzu werden beispielhafte Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen erstellt. Es werden darüber hinaus Abklatschuntersuchungen an Flächen und Personen durchgeführt.
- Eine Evaluierung des Projektes erfolgt über folgende Maßnahmen:
- Halbjährliche Besprechung der Projektteilnehmer über Stand des Projektes, notwendige Anpassungen, künftige Verbesserungen,
- Rückmeldung der beteiligten Feuerwehren und Rettungsdienste laufend über Erfahrungen im Umgang mit den Projektbestandteilen (insbes. Transportempfehlungen),
- Statistik und Auswertung der Anfragen an die überregionale Beratungsstelle bei der Feuerwehr Essen,
Folgende Teilnehmer werden zusammenarbeiten:
- Gesundheitsamt Essen (Dr. R. Kundt, Dr. S. Krämer, Frau L. Schwermer),
- Feuerwehr Essen (T. Lembeck, J. Spors),
- Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Essen (Prof. Dr. W. Popp),
- Infektiologie, Huyssensstift (Dr. U. Werfel),
- Gesundheitsamt Mülheim (Dr. D. Weber),
- Berufsfeuerwehr Mülheim (M. Panz) sowie
- weitere ca. 3-4 Feuerwehren (kommunale und städtische Bereiche), die derzeit über die Feuerwehr Essen angesprochen werden.


